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Unser besonderer Auftritt

 

Es war der 27. Januar 2005. Ich kam abends vom Agility-Training mit meinem Border Collie Artax nach Hause und fand auf dem Küchentisch eine kleine Notiz. Darauf war ein Name, eine Telefonnummer und der Begriff Kassensturz zu lesen. Ich gab dann Artax noch sein Abendessen und suchte den oberen Stock auf, in welchem wir unser Büro und Schlafzimmer haben. Neugierig fragte ich Werni, was es mit der Notiz auf sich habe. Er meinte, eine Dame vom Kassensturz habe ihn angefragt, ob er bereit sei, ein Interview über Katzenfutter zu geben. Er teilte ihr mit, dass ich mich mit dem Katzenfutter beschäftige, da ich eine zeitlang im Tiershop gearbeitet habe. Aber sie wollte unbedingt einen Mann! Und da bei den meisten Zuchten im Internet nur ein Frauenname steht, wurden wir angefragt. Aus ca. 2000 Zuchten wurden wir auserkoren. Nach einigem Hin und Her haben wir uns entschlossen, zuzusagen. Von da an war Werni eher nervös und immer im Zeitstress.

 

Wir haben dann am Freitagnachmittag unser Häuschen auf Hochglanz poliert, so dass wir am Samstagvormittag noch an die Hundemesse in Winterthur konnten. Das war ein Erlebnis. Wir haben unseren Neuzugang Huckleberry Finn mitgenommen und konnten kaum zwei Schritte gehen, ohne „Jöh, wie herzig. Welche Rasse ist es und wie alt?“ zu hören. Ich glaube, ich gab noch im Schlaf die Antwort, „ein Sheltie, 16 Wochen jung.“ Werni war sehr aufgeregt und wollte auch nirgends länger stehen bleiben. Um 15.00 Uhr sollte doch das Team vom Kassensturz bei uns sein. Und ich plauderte mit diversen mir bekannten und unbekannten Personen. Wie das Frauen halt gerne tun. Ausserdem bot unser Hündchen ja genug Gesprächsstoff.

 

Wir waren dann doch noch früh genug zu Hause und konnten doch noch in Ruhe einen Kaffee trinken und ein Joker-Spiel machen. Doch schon bald darauf klingelte es an der Haustüre und Werni bibberte noch etwas mehr. Ich selber war eigentlich eher ruhig. War es doch sein Auftritt im Fernsehen.

 

Nach einem kurzen Gespräch über unsere Katzen und dem Zurechtmachen der Stube war es dann soweit. Ich sollte mit meiner grossen Liebe „Celina Pussipels av plysj“ auch einen kurzen Auftritt haben und über das Lightfutter sprechen, da Celina's „Fress-Chip“ kaputt ist und sie nicht weiss, wann genug gefuttert ist. Mir wurde ein kleines Mikrofon verpasst und wir durften uns setzen. Doch oh Schreck! Das gespannte, schwarze Tuch bewegte sich. Ein kurzer Blick genügte um zu wissen, dass sich Mel Brooks dahinter amüsierte. Kurzum, er wurde ausquartiert. Doch nun hiess es ernst. Die Aufnahmen begannen. Celina machte supertoll mit, doch leider ertönte unsere gute, alte Uhr. Das heisst, die Aufnahme ist im Eimer. Werni stellte die Uhr aus und so hiess es also, nochmals von vorne zu beginnen. Nun hatte Celina eigentlich eher genug vom geknuddelt werden, liess sich jedoch mit sanfter Gewalt doch überzeugen, sitzen zu bleiben. Die erste Szene war nun im Kasten.

 

Nun war Werni soweit. Bis dahin hat er sich in die Küche verzogen und hat vor sich hin gebibbert. Jetzt wurde er mit dem Mikrofon verkabelt. Sein grosser Auftritt mit unserem eigenen gezogenen Mel Brooks sollte beginnen. Mel Brooks hatte bald genug und wurde nervös. Doch Werni konnte ihn solange in Schach halten, bis die Aufnahmen gelungen waren.

 

Dann hiess es, „Frau Gross, wir möchten noch sehen, wie Sie die Katzen füttern.“ Ich habe alles in der Küche gerichtet und stellte es den Katzen hin. Es wurde einige Male verfilmt und das Futter immer wieder in die Büchsen zurückgelehrt. Nach dem dritten Mal haben mich unsere Katzen etwas komisch angeschaut, doch sie kamen doch noch. Auch dabei durfte ich noch einige Fragen beantworten.

 

Ich wurde unter anderem auch gefragt, ob es für die Katzenhalter ein Problem sei, eher teures Qualitätsfutter zu kaufen. Ich konnte jedoch nur für uns Antwort geben und nicht für die ganze Nation.

 

Am 8. Februar sollte die Sendung dann ausgestrahlt werden. Da wir SF DRS1 nicht empfangen können, weil wir noch eine alte Sat-Anlage haben, durften wir zur Nachbarin. Wie waren wir enttäuscht, als „unser“ Beitrag nicht gebracht wurde. Tags darauf habe ich mich nochmals erkundigt und mir wurde mitgeteilt, dass ein Professor vom Uni-Spital in Zürich kein Interview geben konnte und die Sequenz deshalb auf den 22. Februar verschoben worden sei. Sie entschuldige sich vielmals. Wir hoffen nun, dass wir wiederum zur Nachbarin dürfen und uns den Kassensturz um 21.05 Uhr dann ansehen können. Herzlichen Dank schon jetzt, Alice!

 

Es war ein eindrückliches und wirklich tolles Erlebnis! Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Onkel der Interviewerin eine Katze von uns hat. Doch weder sie noch wir wussten bei den Aufnahmen etwas davon. Erst in einem späteren Gespräch mit dem Katzenbesitzer fragte ich nach, ob die Interviewerin verwandt mit ihm sei, da sie denselben Nachnamen tragen. Es war wirklich purer Zufall.

 

© Conny Gross, 13. Februar 2005

 

Kürzlich habe ich vom Kassensturz ein Mail erhalten, dass der definitive Sendetermin am 08. März 2005 sein soll. Die Sendung beginnt um 21.05 Uhr auf SF DRS 1. Wir glauben es erst, wenn's dann auch gesendet wurde!

 

© Conny Gross, 27.02.2005

 

Wir sind von der Sendung enttäuscht! Die Bilder waren gut, doch der Artikel selbst war leider unvollständig. Man kann ja auch nicht ein Legebatterie-Ei mit einem Ei eines "glücklichen" Huhns, welches noch draussen nach Würmern scharren darf, vergleichen! Die Qualität des im Ankauf teureren Futters zahlt sich spätestens bei der Gesundheit der Tiere aus. Meistens wird dieses Futter auch weniger erbrochen, was natürlich aber auch von Katze zu Katze variieren kann. Wir bleiben dabei und füttern unseren Schützlingen weiterhin "teures Spezialfutter", dürfen uns dafür an gesunden Katzen erfreuen.

 

© Conny Gross, 13.03.2005

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